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Emil Müller – 3

erschienen in: Heft 2/2018

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6 Der ganze jetzige Blankenauer Grund soll einst Stausee gewesen sein. Bekannt ist die
Überlieferung von der einstigen Wasserburg Blankenburg zwischen Borna und Heinersdorf.
Da man bei Bauten in Nieder-Wittgensdorf keinen Grund fand, kamen die Häuser auf
Rosten zu stehen.
1937; 13
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10, wörtlich lesen wir:
Am 30. Januar starb Fabrikbesitzer Häberle, Wittgensdorf. Einäscherung erfolgte in
München, wo er ein Haus besaß, Beisetzung aber in Wittgensdorf.
Quelle: Sammlung Nier
Anmerkung: In einer Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Fa. Häberle lesen wir
allerdings, dass Herr Kommerzienrat Reinhold Häberle (geb. am 25.07. 1865 in Brandenburg
/Havel) am 01.02.1937 verstorben ist.
Interessant in diesem Zusammenhang ist allerdings noch eine Bemerkung in der Festschrift
zum Beginn des Häberle`schen Unternehmens.
Wir lesen:
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In "1893/94 Stolz` Adress-Buch der Chemnitzer Umgebung" finden wir für Wittgensdorf
zweimal Wagner in der Unteren Hauptstraße:
1. Wagner, Albert OLNr. 139 b, jetzt UH 10, Schreibwarengeschäft Gelfert und
2. Wagner, Paul, OLNr. 49, jetzt UH 140, Eigentümer S. Serbe
Fernmündlich bestätigte mir Herr Serbe, dass, nach Aussage zweier "alter" Frauen (Nobis,
Hilde +1986 und Brettschneider, Elisabeth + ? ) im "Maschinensaal" im Grundstück
"Schlipse gestrickt worden seien". Herr Serbe erinnerte sich, dass bei Umbauarbeiten in
und am Haus zu Gewinnung von Wohnraum Strukturen gewerblicher Bauweise erkennbar
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Quelle: Sammlung R. Helmert
Das "Bergschlößchen", ein Wirtshaus in Wittgensdorf besteht als solches seit 1808. Aus
einem Situationsplan des jetzigen Besitzers Schubert geht hervor, dass dies früher eine
Landwirtschaft war, um 1890 noch betrieben. Eine zweite Gartenwirtschaft ergab das Areal
für die großen Fabrikanlagen von Steinbach. Beide kleine Bauerngüter lagen vor dem
Pfarrfeld, angrenzend an die Liegenschaften des Wittgensdorfer Rittergutes. Der einstige
Pfarrer von Wittgensdorf, Lohmann, hatte seinen Lebenslauf unter dem Titel "Vom
Hirtenknaben zum Landpfarrer" geschrieben.
Ein Eintrag zur zweiten Januarwoche 1939 (5
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9) schildert ein tragisches Ereignis: Anfangs der
zweiten Januarwoche wurde dem Steinbrucharbeiter Kurt Steinbach aus Wittgensdorf im
Steinbruch gegenüber der Reitzenhainer Fabrik (Doppelmoppel) von einer Maschine der
Kopf zerquetscht.
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5 September: Auf Flur Wittgensdorf hat die Verwaltung ein 60 m tiefes Bohrloch
ausarbeiten lassen, an der Grenze von Oberreitzenhain, wo der Weg vom Gasthof nach
dem Holzbache abgeht, nahe einem kleinen Buschholz. Die Anlage dient der
Wasserversorgung von Wittgensdorf.
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10 wir lesen: Am 2. November (1939) zog eine „Zigeunerbande“ mit drei Wagen von
Taura über Köthensdorf nach Wittgensdorf, bewacht von eine Eskorte der Polizei bzw.
Gendarmerie. (Or
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er, „Zigeuner“ war zur damaligen Zeit ein gängiger
Begriff).
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9 wir lesen: Am 19. Mai ist Erich Straube (40 Jahre) beerdigt worden, Sohn des früheren
Wittgensdorfer Musikunternehmers Ernst Straube.
Auch der alte Wittgensdorfer Schuldirektor Karl Hermann Wienold, ein starker 80er, ein
Heimatforscher, ist zur letzten Ruhe gebettet worden. Wienold schrieb zahlreiche Beiträge
zur Geschichte unseres Heimatortes im Burgstädter Anzeiger.
Quelle: Sammlung Heimatstube
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25 - Im Februar 1944 waren auf dem ehem. Hermsdorfschen Grundstück in
Niederwittgensdorf durch die Wehrmacht erbeutete Kraftwagen abgestellt.
In 4
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29 lesen wir zum Jahr 1945:
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endlich kapituliert. Der unsinnige Kampf, der dort noch geführt
wurde, brachte uns später die Russen in unmittelbare Nähe. Auch sind noch allerhand
Zerstörungen angerichtet, die vermieden werden konnten. Den Bismarckturm, sowie auch
das Wirtshaus daneben, haben die Amerikaner durch Beschuss niedergelegt. In Borna, auch
in Glösa, Heinersdorf soll es schlimm aussehen. In Wittgensdorf haben sich drei
Volkssturmführer vermessen Widerstand zu leisten. Sie brachten das ganze Dorf in Gefahr.
Nur dem Fürspruch des Ortsgeistlichen (Pfarrer Wüchner) und eines anderen vernünftigen,
angesehenen und sprachkundigen Mannes (Herr Eberhard Böhme sen.) ist es zu verdanken,
dass großes Unheil vermieden wurde. Doch das Hermsdorfsche Gut sowie die freistehende
Rittergutsscheune, welche den phantasierenden Führern als Versteck dienten, setzten die
Amerikaner in Brand. Zwei der Führer gingen in Gefangenschaft, während der dritte immer
noch nicht dingfest gemacht werden konnte.
Zu dieser Einlassung verweisen wir auf unsere Artikel „Er
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ttgensdorf vor nunmehr 70 Jahren“ und „E
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ttgensdorf vor nunmehr 70 Jahren“ wo wir diese Ereignisse ausführlich
behandelt haben.
Ein weiteres Ereignis aus der Zeit nach Kriegsende führt uns E. Müller in 7
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9 vor Augen. Er
schreibt: „Am 28. August trieben die Russen eine große Herde requirierter Kühe durch
Köthensdorf nach dem Bahnhof Wittgensdorf (Oberer, d. Verf.). In der Kühnhaide machten
sie Rast und molken das Vieh“.
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8 1947 Oktober: In dem herab genommenen Turmknopf der Wittgensdorfer Kirche
waren die alten Schriftstücke aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert durch den Zahn der Zeit
mitgenommen, so dass eine Abschrift erfolgen musste. Die letzte Einlage von 1836. Beim
Rittergutsbrand 1901 fiel auch das Archiv den Flammen zum Opfer.
„30.9. Bei einem Brand im Pfarrbüro erleidet unser lb. (lieber)
Herr Hempel an der Tür seiner Arbeitsstätte den Herzschlag.
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16 1952 März, Der Sohn des enteigneten Fabrikanten Steinbach in Wittgensdorf ist als
Organist an der Burgstädter Kirche und der Friedhofshalle angestellt. Die Schullehrer haben
für Musik gar kein Interesse.
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17 1953 Am 5. Januar hat sich zwischen Burgstädt und Wittgensdorf in der Nähe des
Hänflingsberges eine aus Burgstädt kommende Lehrerin von einem Zug überfahren lassen,
aus Verzweiflung, weil eine verheiratete Mannsperson sie geschwängert und dann im Stich
gelassen hat.
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18+19 Der Querweg auf Wittgensdorfer Flur ist von den angrenzenden Bauern zum Feld
gemacht worden. Der einstige Viehweg ging von der Köthensdorf - Wittgensdorfer Straße in
Richtung Oberer Bahnhof und endete auf dem Wienhold`schen Wirtschaftsweg.
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Eine Wittgensdorfer Familie ließ sich mit dem Kraftwagen nach Thüringen fahren. Im
Bestimmungsort starb der Kraftfahrer an Herzschlag. Die Heimfahrt mit dem hiesigen
Autofahrer Erwin Richter kostete den Leuten 250 Mark.
Das Innere der Kirch wird renoviert: die 3. Empore entfernt und der Chor vergrößert. Das
Kruzifix stammt aus der Kühnhaidenkapelle.
Ansicht der Kirche
Vor der Renov
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erung (mit 3. Empore)Nach der Renov
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erung (ohne 3. Empore)
Quelle: Sammlung Friebel (2x)
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23 1954 August, Am Niederen Bahnhof in Wittgensdorf kam ein junger Mann aus
Auerswalde ums Leben. Der betrunkene Wittgensdorfer Kohlenhändler Nitsche übersah
einen gerade abfahrenden Zug, der junge Fahrgast wollte sich durch Abspringen retten,
kam aber unter die Räder der Lokomotive und wurde tödlich überfahren. Nitsche blieb
unversehrt.

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