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Handwerk und Industrie – 2

erschienen in: Heft 4/2014

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Einer der ältesten Betriebe dieser Branche in Wittgensdorf war die Firma
Adoplh Ihle, Färberei, Bleicherei und Merzerisierungsanstalt.
Im Jahr 1845 übernahm Adolph Ihle
Quelle: Sammlung Heimatstube
in Wittgensdorf die "Obere Bleiche". Er kaufte das Grundstück an der
Oberen Hauptstraße 112, wo bereits seit 1795 eine Bleicherei namens
„Obere Bleiche“ existierte. Allerdings wurde diese noch als Rasenbleiche
im Freien, zum Teil unter Zusatz von saurer Milch betrieben.
In "Wikipedia" können wir zum Begriff "Rasebleiche" lesen:
"FürTextilienwurdenbisins20.Jahrhunderthineinin
Mitteleuropa Leinen und Wolle genutzt. Diese Fasernenthalten als
Rohware farbige Restsubstanzen aus der Faserfertigung, auch bilden sich
durch den Gebrauch braune Abbauprodukte. Um den „reinen“ Eindruck zu
erreichen, wurden Wäschestücke an den Flusswiesen in der Nähe von
Waschstellen außerhalb der Städte ausgelegt. Das „Ausbleichen“ wurde
von der Sonne erledigt. Die Gewebe wurden im Wechsel mit saurer Milch
und dem Extrakt von Holzasche (Pottasche) benetzt. Die intermediär unter
dem Einfluss von Licht und Luftsauerstoff gebildeten Peroxide sowie die bei
der Photosynthese des Rasens entstehenden reaktiven
Sauerstoffspezies verursachten den Bleicheffekt. Die Behandlung bis zum
gewünschten Weißgrad konnte Wochen dauern".
Ihle hatte in Chemnitz eine kaufmännische Lehre absolviert. In deren
Verlauf stieß er erstmals auf den Vorgang des chemischen Bleichens
unter Verwendung von Chlor. Dieses Verfahren war in England
entwickelt worden und setzte sich langsam auch in Sachsen durch. Er

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